Stilübungen (10): Anleitung

Mit der heutigen "Stilübung" zeigt uns Matt Madden, wie nicht nur diese eine Seite entstanden ist, sondern allgemein, wie Comic-Seiten angefertigt werden. Zwischen dem Skript und der finalen Zeichnung liegen eine Menge Schritte. Und zu jedem Abschnitt ließe sich ein eigener Aufsatz oder ein Kapitel eines Buches oder noch mehr schreiben (was Matt Madden ja auch gewissermaßen getan hat). Was nicht heisst, dass alle AutorInnen in gleicher Art vorgehen, wie es hier gezeigt wird. Einzelne Schritte können verschoben werden, so fügen manche das Lettering erst ganz zum Schluss ein. Und noch vor dem Skript steht die eigentliche Idee, die zu einem Skript entwickelt werden muss, man könnte es also sogar noch erweitern. Auch die verschiedenen Vorstufen, die zur Tuschezeichnung führen, können sich unterscheiden. Überhaupt arbeiten heute Viele am Computer mit Zeichentabletts, was die Abläufe fließender werden lässt, da zum Beispiel die Reihenfolge der Arbeitsschritte variabler ist. So kann der Text schon früh auf einer eigenen Ebene angelegt werden, die bis zum Ende bestehen bleibt. Im Studio von Daniel Lieske findet sich zum Beispiel kein klassischer Zeichentisch und sein Arbeitsplatz sieht so aus:

Das papierlose Büro kann sich erstaunlicherweise bei denjenigen etablieren, denen man eine starke Bindung ans Haptische und ans Papier unterstellt. Aber das Papier ist nicht wichtig. Das Original ist nicht wichtig. Wir sprechen hier von Comics und da geht es um die Geschichte, die vervielfältigt werden soll. Dementsprechend gehen viele Zeichner nicht besonders pfleglich und auf Sammlerbedürfnisse bedacht mit Skizzen und Zeichnungen um oder zeichnen wie Gabrielle Bell auf rautiertem Papier. Aber das führt nun in eine andere Richtung.

Seine Arbeitsweise beschreibt Matt Madden ausführlicher in einem zweiteiligen Blogbeitrag (1, 2). Hier führt er die Beschreibung einzelner Arbeitsschritte weiter aus, die am Ende zu einer Seite führen.

Auch wenn sich die einzelnen Schritte bedeutend unterscheiden mögen, in einem gleichen sich so gut wie alle Comics: Sie machen eine ungeheure Arbeit mit vielen Schritten, die bis zur fertigen Seite, zur fertigen Geschichte oder zum Buch führen.

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Foto © Daniel Lieske

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