Stilübungen (11): Willkommen bei den „Stilübungen“

Mit der heutigen "Stilübung" zeigt uns Matt Madden nicht nur eine weitere Erklärung für seine Vergesslichkeit: Er spricht die Leserschaft an und führt kurz in die Idee hinter der Serie ein. Und "hinter der Fassade" dieses Strips spielt sich auch noch mehr ab, als auf den ersten Blick üblich. Mit der direkten Ansprache bricht der Protagonist die "Vierte Wand" nieder, die die fiktionale Welt der erzählten Geschichte von der Realität des Lesenden trennt. Beispiele für den spielerischen Umgang damit gibt es in Literatur (Michael Endes "Die unendliche Geschichte") oder TV/Film ("Scrubs" oder Woody Allens "Purple Rose of Cairo") genug und auch im Comic sprechen Charaktere nicht selten das Publikum an.

Für das Spiel mit der "Vierten Wand" ist vor allem Deadpool bekannt, der immer wieder in ironischer Weise mit seinen Leserinnen und Lesern spricht. Es muss aber nicht immer so direkt sein, Charaktere können auch auf ihre eigene Fiktionalität verweisen – oder auf andere narrative Zusammenhänge. So haben in der Vergangenheit sowohl DC wie auch Marvel damit ihren verlagsübergreifenden Spaß gehabt: In "The Amazing Spider-Man #123" merkt Luke Cage an, dass "wir nicht alle reiche Playboys wie Bruce Wayne (sind)". Und Mr. Mxyzptlk verweist in "Superman #50" mehrfach auf seine Kenntnis der "Fantastischen Vier".

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