Stilübungen (13): Durch die Zeiten

Wie schon in der letzten "Stilübung" geht es auch heute um einen Aspekt, der das Verhältnis von Erzähltext und Bild betrifft: Wir bewegen uns heute durch die Zeiten. Matt Madden hat sich aus der ursprünglichen Szene nur die letzten Handlungssekunden herausgegriffen, die er aus der Sicht des Protagonisten zeigt und mit einem neutralen Ich-Erzähler kombiniert; Eine Verknüpfung, die interessante Möglichkeiten eröffnet, kann man doch auch hierbei mit Kontrasten zwischen dem Gezeigten und dem Text spielen. In diesem Beispiel wird das nur behutsam eingesetzt: Das im ersten Panel erwähnte "unbestimmte Gefühl" und das Vergessen-Haben im letzten Panel werden durch noch skizzenartigere Darstellung unterstrichen.

Als Bonus bewegt sich der Erzähltext, wie der Titel schon andeutet, von der Vergangenheit in die Zukunft: Die Handlung des Bildes sieht man jetzt, das Gezeigte an sich deutet zunächst einen Vorgang im Präsenz an. Erst durch den Text wird dieser zeitlich eingeordnet. In unserem Beispiel ergibt sich durch die ständige Fortbewegung von der Vergangenheit in die (abgeschlossene) Zukunft ein interessanter, wenn auch etwas verunsichernder Effekt: Das Gezeigte und das Erzählte passen zusammen und ergeben eine Handlung, zeitlich wirkt es aber etwas verrutscht.

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