Stilübungen (24): Übungen in Liebe

Ach, fast wäre es romantisch geworden in der heutigen "Stilübung"... Es fängt so viel versprechend an und dann das!

Aber das ist gar nicht so untypisch für die Art von Comics, auf die sich Matt Madden hier bezieht: Romance Comics, die sich mit Verwicklungen in Liebesdingen beschäftigten. Dieses Genre war für einige Jahrzehnte seit den späten 1940ern fester Bestandteil nordamerikanischer Comic-Kultur, Spitzentitel verkauften zeitweilig über 1 Million Exemplare pro Ausgab. Joe Simon hatte die Idee, Comics mit romantischen Verwicklungen zu veröffentlichen und entwickelte 1947 mit Jack Kirby – mit dem er schon Captain America erfunden hatte – das Konzept zur "Young Romance"-Serie, die zum richtigen Renner wurde und eine Vielzahl von Klonen, Nachahmern und Nischenproduktionen nach sich zog (inklusive solchen obskuren Titeln wie "Negro Romance").

Nach dem langsamen Niedergang des Genres gab es nur noch vereinzelt Comic-Serien, in denen die romantischen Verwicklungen der Protagonisten im Mittelpunkt standen. Die bekannteste davon dürfte Terry Moores "Strangers in Paradise" sein, die derzeit in einer Reihe von Sammelbänden erstmals komplett auf deutsch erscheint.

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