Stilübungen (29): Humor

Humor im Comic – wo fängt man da an?! Seit den Kindertagen des modernen Comics, also mit dem Aufkommen des Zeitungscomics, ist Humor eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste Komponente der gezeigten Szenen und Geschichten. Nicht umsonst ist die Verwandtschaft mit den ebenfalls humorvollen Cartoons so offensichtlich. Ob es nun ein Bild ist, ein Streifen, eine Seite oder eine längere Geschichte: In Sachen Humor können sich ebenfalls die Stärken der Bild-Text-Kombination zeigen, wird doch häufig komischer Effekt durch Widersprüche zwischen den einzelnen Elementen erzeugt, die nicht sinnvoll aufgelöst werden können. Humor ist eine Spannung, die wir dann durch unser Lachen oder Amüsement auflösen.

Mal tendieren Comics mehr in Richtung des Visuellen, mal mehr zum Text. Mit der heutigen Stilübung zeigt Matt Madden, wie aus der recht neutralen Ursprungsszene humoristisches Potenzial herausgearbeitet werden kann: Er inszeniert das Vergessen des Protagonisten als von einer dritten Figur intendiert. So wird daraus ein Streich, ganz klassisch, wie man ihn schon von Wilhelm Busch kennt. Die "Punchline" im letzten Panel unterstreicht er dabei durch übertreibende grafische Elemente: das Umfallen des Protagonisten und das überzogen-expressive Soundword. Die Szene wird hier zwar in einem etwas altbackenen Stil dargestellt – der Strip hätte so in den 1960ern oder 1970ern erscheinen können –, diese Art von Slapstick ist aber bei Weitem nicht ausgestorben: In Funny-Strips oder im Manga ist diese spezielle Form der Inszenierung bis heute beliebt.

Twitter icon
Facebook icon
Google icon
Pinterest icon