Stilübungen (3): Subjektiv

In der Literatur weit verbreitet, dank Wackelkamera auch im Kino etabliert, bei Games ganz alltäglich, im Bereich der Comics aber eher Mangelware. Aus der Ich-Perspektive geschilderte Geschichten. Mit solch einer "Stilübung" geht es heute gleich weiter: Die Szene wird aus subjektiver Sicht geschildert. Wie Matt Maddens Beispiel demonstriert, macht dieser Kunstgriff es einfacher, sich in den Protagonisten zu versetzen. So wird hier noch deutlicher, woher die Ablenkung kommt, die den Erzähler ratlos vor dem Kühlschrank stehen lässt.

Als weitere Beispiele im Comic fallen dafür zum Beispiel die von Matthias Schultheiss gezeichnete und auf einer Vorlage von Charles Bukowski basierende Kurzgeschichte "Henry Becket" (in "Der lange Job") ein, oder auch einige Horror-Comics aus dem EC-Verlag, in denen damit sehr effektiv gearbeitet wurde. So stellt sich zum Beispiel der Erzähler wider Erwartens und zur eigenen Überraschung als das Monster heraus.

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Mit der Nummerierung sind wir bereits bei der drei angelangt, da mit der "Vorlage" und dem "Monolog" streng genommen bereits zwei Teile vorliegen. In Kürze werden diese so auch unter dem Menüpunkt "99" aufgelistet.

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