Stilübungen (30): Furry

Gleich zwei Aspekte stellt Matt Madden in der heutigen Stilübung heraus. Anthropomorphe Tiere haben im Comic eine lange Tradition, also die Darstellung von Tieren als Menschen. Das kann von einer Mensch-artigen Inszenierung von Tieren wie bei den Charakteren um Micky Maus und Donald Duck über den Samurai Usagi Yojimbo, Fritz the Cat hin zu "Maus" oder "Blacksad" gehen, bei denen fast die gesamte Physiognomie menschlich bleibt, abgesehen vom Tier-Kopf und eventuell, wie im heutigen Beispiel – Fell und Schwanz. Und ob man damit nun primär lustige, spannende oder ernste Geschichten erzählt, hängt von der individuellen Herangehensweise ab. Das reflektierteste Beispiel lieferte dabei sicher Art Spiegelmans "Maus", in dem er die Problematik der Darstellung verschiedener Landsleute mit unterschiedlichen Tierköpfen mehrfach anspricht.

Der Titel der heutigen Folge lautet jedoch "Furry", womit wieder ein ganz eigener Bereich bezeichnet wird, eine eigene Szene. Dabei geht es um das Interesse an anthropomorphen Tieren, ihre Darstellung in unterschiedlichen Medien – Comics sind hier nur ein Bestandteil – und zuletzt auch das Verkleiden als Tiere selbst. Seit den Anfängen in den 1980ern hat sich hier eine eigene Subkultur herausgebildet, die sich on- und offline eigene Foren und Treffpunkte geschaffen hat. Fast 6.000 BesucherInnen zählte im vergangenen Jahr die Anthrocon in im amerikanischen Pittsburgh, PA, die größte eigene Fanveranstaltung, die in diesem Jahr Anfang Juli wieder stattfinden wird. In der zweiten Augusthälte folgt dann mit der Euroference 21 die größte europäische Convention in Berlin.

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Foto © anthrocon.org

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