Stilübungen (33): Einer mehr

Immer einer mehr: Wie unschwer zu erkennen, kommt in der heutigen Stilübung in jedem Panel ein Matt zu den anderen Matts hinzu. Das letzte Panel ist regelrecht überfüllt, kein Wunder, dass er nicht mehr weiss, was zum Henker er vor dem Kühlschrank eigentlich wollte (auch wenn es bei der Menge an Kopien zumindest statistisch wahrscheinlicher ist, dass sich zumindest eine daran erinnert).

Auch das Prinzip der Vervielfältigung kann auf unterschiedliche Arten eingesetzt werden, um Ideen in Bildern festzuhalten. Wie im obigen Beispiel, in dem es um Matts Ablenkung geht: Hier kann das zunehmende Auftreten von Kopien des Protagonisten seine innere Beschäftigung mit (zu) vielen Dingen darstellen. Es geht ihm so Vieles durch den Kopf, dass für sein aktuelles Anliegen gar kein Platz mehr bleibt. Ein anderes Beispiel ist die schiere Geschwindigkeit des Flash, die so einleuchtend visualisiert wird. Um ganz konkrete Verfielfachungen geht es in einer Reihe von "Calvin & Hobbes"-Strips oder bei Dr. Manhattan in "Watchmen", der tatsächlich über die Fähigkeit zur Multiplikation verfügt (wovon er auch in unpassenden Momenten Gebrauch macht). Sehr effektiv spielt mit der Vervielfältigung der französische Autor Killoffer, in dessen "676 Erscheinungen von Killoffer" die immer mehr werdenden Versionen des auotbiografisch angelehnten Protagonisten dessen düstersten Phantasien ausleben (unten ist ein eher harmloses Motiv aus dem Band zu sehen). Innere Vorgänge und ihr konkretes Auftauchen gehen hier Hand in Hand.

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