Stilübungen (41): Anagramm (II) – Uns gilt: Üben!

In der letzten Stilübung konnte man sehen, was passiert, wenn man die einzelnen Panel neu anordnet und auch die Wortreihenfolge verändert. Heute geht Matt Madden in Sachen Anagramm noch einen Schritt weiter: Reihenfolge, Größenverhältnisse, Text, überhaupt alles wurde hier einmal kräftig durchgeschüttelt und ergibt eine Geschichte, die nur bedingt an das Original erinnert. Überhaupt lässt sich kaum noch von einer Geschichte sprechen. Wenn man den Bezug zur ursprünglichen Comicseite außer Acht lässt, lässt sich nur schwer nachvollziehen, was da nun genau erzählt wird. Gerade hier wird aber deutlich, wie sehr man trotz aller Konfusion beim Lesen einen Zusammenhang, eben eine Geschichte sucht. Es ist als könnte man gar nicht anders, als eine Geschichte zu lesen, das scheint in unserer Natur zu liegen. Der amerikanische Neurobiologe und Philosoph Owen Flannagan schreibt in seinem Buch "Consciousness Reconsidered": "Es gibt klare Anhaltspunkte dafür, dass Menschen aller Kulturen ihre eigene Identität in einer Art von Erzählform gießen. Wir sind eingefleischte Geschichtenerzähler." (Quellen: 1, 2) Anders herum kann man daraus lesen: Wir sind ebenso Geschichtenhörer und -leser, wir bemühen uns, narrative Zusammenhänge zu erkennen.

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Es gibt noch schönere Anagramme des Titels "Stilübungen", wenn man das "ü" als "ue" auffasst. So gibt es dann zum Beispiel ein "Belustige nun!", was man wiederum für diesen Anagramm-Generator gelten lassen kann.
Ich neige normalerweise nicht zur Angeberei, aber zumindest das Englische Anagramm meines Namens ist schon ziemlich unschlagbar: Christian Maiwald wird hier zu "I´m a wild anarchist".

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