Stilübungen (44): ROGGTBV

In der heutigen Stilübung setzt Matt Madden Akzente, farbliche: rot, orange, gelb, grün, türkis, blau und violett kommen im letzten Panel zusammen, nachdem sie zuerst je eine Exklusivauftritt hatten. Ob man etwas betonen oder eine bestimmte Atmosphäre erzeugen will:: Wie vielfältig Farben eingesetzt werden können, wäre eigentlich eine eigene 99-fache Variation wert. An dieser Stelle nur zwei Beobachtungen:

Die Hervorhebung einzelner Elemente durch die Verwendung bestimmter Farben ist eine Verwendungsmöglichkeit, die man zuletzt zum Beispiel in "Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB" von Jacques Tardi finden konnte. War das ganze Buch durchgehend in schwarz und Grautönen gehalten, gab es an einigen Stellen Bildelemente wie Flaggen oder Himmel, die durch rote Farben hervorgehoben wurden und dadurch sofort ins Auge stachen.

Matt Madden arbeitet im Beispiel oben ohne farbige Schatten und mit sehr eindeutigen Farben, also nicht mit Tönen, die in eine Richtung chargieren oder gedeckt sind: Sein gelb ist GELB, sein rot ROT. In Zeiten digitaler Kolorierung ist das eher selten, werden hier doch oft die neuen technischen Möglichkeiten ausgeschöpft: Millionen Farben, Farbverläufe, Schattierungen etc. sorgen hier für kunstvolle Ergebnisse. Sogar im "Lustigen Taschebuch" wird mit sanften Farbverläufen gearbeitet.
Knallig und flächig wird es hingegen in vielen Independent-Comics, ob aus dem Kramer´s Ergot-Umfeld (wie bei Brian Chippendale), bei Michael DeForge, Marko Turunen – oder hier bei "Gus" von Christophe Blain, der sich bei seiner Western-Serie aus einer fast grellen Farbpalette bedient.

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