Stilübungen (51): Diagramm

Ungewohnt, aber möglich: Die heutige Stilübung zeigt unsere bekannte Szene als Diagramm. Alle wesentlichen Merkmale des Handlungsablaufs sind vorhanden. Außer der Protagonist, von dem in dieser Darstellungsform einzig die inneren Vorgänge sichtbar sind – und das sogar viel deutlicher als in der ürsprünglichen Geschichte, in der man sie aus Äußerungen, Handlungen und Körpersprache rückschließen musste. Eine Geschichte in dieser Form festzuhalten ist wenig sinnvoll, wenn man viele Leser und Leserinnen erreichen will. Hilfreich ist diese Darstellung jedoch, wenn man sich als Autor des Spannungsverlaufs vergewissern will: Kommt die Geschichte an den richtigen Stellen in Schwung? Verändern sich die Motive der Charaktere an den passenden Stellen? Solche Elemente kann man auf diese Weise gut nebeneinander stellen.

Solche Darstellungen als Diagramme beziehen sich auf bekannte Visualisiereungen von Dramen, vielleicht kennt das noch jemand aus der Schule. Unten zu sehen ist zum Beispiel die schematische Spannungskurve des Dramas der geschlossenen Form. Solche klassischen Ideen können bei eigenen Konzeptionen hilfreich sein, damit die Dramaturgie einer eigenen Geschichte stimmig gerät. Sich an solchen klassischen Mustern auszurichten ist alles andere als verpönt.

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Schaubild "Drama der geschlossenen Form" CC BY 4.0 teachsam.de
Eine schöne Spannungskurve zu "Star Wars Episode IV" findet sich auf gamasutra.com.

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