Stilübungen (73): Ein Leben (2)

Kürzlich bereits erzählte Matt Madden die bekannte Szene mit einem beständig alternden Protagonisten. Die heutige Stilübung, in der er das Thema Alterung noch einmal aufgreift, ist also eine doppelte Variation. Konnte bei der ersten Version noch gut nachverfolgt werden, wie elegant sich Zeitsprünge im Comic inszenieren lassen, tritt hier eher hervor, wie sich ein Thema durch eine Geschichte ziehen kann. Natürlich gewinnt die Punchline am Ende des Comics, in dem man bestimmende Momente des Lebens des Protagonisten mitverfolgen kann, hier an Schlagkraft – was will man auf der Welt überhaupt? –, für die Erzählung ist aber viel wichtiger, dass sie das vorangegangene in einem bestimmten Licht erscheinen lässt. Ging es zunächst noch um die Höhepunkte im Leben (Schulabschluss, Heirat, Geburt des Nachwuchses), wird alles später von einer gewissen Sinnlosigkeit eingefärbt. Die wiederum erklärt die nicht gleich schlüssigen Sprechtexte. Das Thema einer Geschichte muss nicht von Anfang an klar sein, es kann sich erst im Laufe einer Geschichte entwickeln oder im Extrenfall erst am Ende benannt werden.

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