Stilübungen (8): Emanata

In der heutigen Stilübung geht es um "Emanata", womit diejenigen Symbole bezeichnet werden, die sich außerhalb eines Charakters befinden, um seinen inneren Zustand darzustellen. Also hier zum Beispiel das Fragezeichen und die geringelten Linien, die die Ratlosigkeit des Charakters unterstreichen. Matt Madden mischt hier im dritten Panel noch ein Soundword darunter und im drittletzten zwei Mal das inflektierte Verb "grübel", das dem Soundword schon sehr nahe kommt, auch wenn hier ein geräuschloser und innerer Vorgang illustriert wird.

"Beetle Bailey"-Autor Mort Walker hat sich in seinem "Lexicon of Comicana" daran gemacht, die Werkzeuge eines Cartoonisten zu katalogisieren und vorzustellen. Wie er darin illustriert, gibt es erstaunlicherweise eine Vielzahl allgemein verständlicher Symbole, die auf die oben gezeigte Art verwendet werden können, von den wackligen Linien um ein sich bewegendes Objekt ("Agitrons") zu den fliegenden Schweisstropfen um den Kopf eines gestressten Charakters ("Plewds"). Es gibt dennoch internationale Abweichungen, zum Beispiel beim Manga: Die aus der Nase tretende Schleimblase, die Schlaf symbolisiert, oder die ebenfalls aus der Nase schießende Blutfontäne um Erregung darzustellen, sind westlich geschulten Betrachtern zunächst nicht verständlich.

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