Stilübungen (89): Zu viel Text

Die heutige Stilübung erklärt sich gewissermaßen von selbst: Nicht nur der Titel verrät, dass hier mit zu viel Text gearbeitet wurde. Schon ein erster Blick auf die Seite verrät, dass das Text-Bild-Verhältnis von Anfang an dem Text recht viel Platz einräumt, nur um dann im Laufe der kurzen Szene vollends umzukippen: Im letzten Panel ist kaum noch Bild vorhanden, selbst der Text wird immer kleiner und endet im Nirgendwo. Zudem werden im Text immer wieder unnötige oder redundante Informationen gegeben: Dass Matt im ersten Panel am Computer sitzt und arbeitet wird sowohl im Text erwähnt wie auch zusätzlich im Bild gezeigt. Hier wird die den Comic so bestimmende Möglichkeit, durch interessante Text-Bild-Kombinationen entweder Ergänzungen vorzunehmen oder (zum Beispiel durch Widersprüchlichkeiten) für Spannung zu sorgen, nicht ausgenutzt.

Für das Verhältnis von Texten und Bildern im Comic gibt es keine perfekten Werte, es kommt dabei auf viele Faktoren an. So muss eine Seite, Passage oder Geschichte nicht gleich unleserlich sein, nur weil sie textintensiv gestaltet wurde. Es gibt viele Beispiele, in denen ein Comic von hoher Textmenge bestimmt wird, da es die Geschichte erfordert. Nahe liegendes Beispiel sind Charaktere, die viel reden. Wie zum Beispiel Didi aus Fils "Didi & Stulle", dessen ausufernde Monologe viele Seiten mit Text geradezu überschwemmen.

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Abbildung © Fil – Reprodukt

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