Stilübungen (98): Keine Bilder (nach Kenneth Koch)

In seinem Buch "The Art of the Possible" aus dem Jahr 2002 versammelt der amerikanische Dramatiker, Literaturprofessor und Lyriker Kenneth Koch dutzende von Hybriden aus Comic und Poesie: Während er mit Panels und allgemein der Raumaufteilung auf den Seiten grundsätzliche Strukturen des Comics übernahm, füllte er die Seiten darüber hinaus nicht mit Zeichnungen, sondern mit Texten. Eben so wie es Matt Madden in der heutigen Stilübung macht, mit der er sich an Koch anlehnt. Es entstanden so Beispiele visueller Poesie, oftmals an konkrete Poesie angelehnt, bei der die Gestaltung der Worte – und bei Koch zum Beispiel auch die der Panels – selbst zum Bedeutungsträger werden. Damit wird eine weitere Möglichkeit erschlossen, einen Comic auch ganz ohne Bilder zu gestalten. Unten dafür ein Beispiel von Koch:


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Abbildung © Soft Skull Press
Falls sich jemand über den ungewöhnlichen Texteinstieg wundert: Es ist im Original eine Anspielung auf "A man, a plan, a canal – Panama", ein im anglophonen Bereich bekanntes Palindrom.

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