Stilübungen (32): Dreißig Panels

In der vergangenen Stilübung ging es darum, das Geschehen in einem einzigen Panel darzustellen. In der heutigen Folge geht Matt Madden den umgekehrten Weg und schildert die kurze Szene in gleich dreißig Panels. Zum Vergleich: In der ursprünglichen Fassung benötigt er dafür acht Panels.

Mehr Details, bisher ungezeigte Handlungsschritte, eine subjektiv höhere Geschwindigkeit – das ist das Ergebnis dieser Darstellung, bei der die Handlung des Originals zum Beispiel um den Stuhlgang erweitert und in mehr Panels pro Handlungsschritt als zuvor gezeigt werden. Um es mit McCloud zu sagen verlegt sich Matt Madden hier darauf, weniger Panelübergänge "von Szene zu Szene" zu zeigen, sondern mehr Übergänge von "Augenblick zu Augenblick", "Handlung zu Handlung" und "Gegenstand zu Gegenstand". Auch hier zeigt sich, dass bei der Erstellung eines Comics immer all diese Fragen zu diskutieren sind: Was soll gezeigt werden? Wie genau soll die Abfolge der Handlungsschritte in Bildern festgehalten werden? Wie sollen die Bilder arrangiert werden – und welche Konsequenz hat das für die Darstellung des zeitlichen Ablaufs?

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Zur Erklärung von McClouds Panelübergängen: hier auf deutsch, hier auf englisch.

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