dreimalalles – schön war's

Liebe LeserInnen,

Ich will es kurz machen: Nach etwas über zwei Jahren werde ich die Arbeit an dreimalalles einstellen. Ab sofort werden keine neuen Beiträge, Presselinks und Termine auf der Seite hinzugefügt.
Tja.
Diese Entscheidung kommt sicherlich für Viele recht überraschend, und der Gedanke dazu kam mir auch vor gar nicht allzu langer Zeit. Er blieb: Ich kann nicht verneinen, dass mir im Laufe der letzten Zeit die Motivation abhanden gekommen ist, mich hier mit dem Elan zu engagieren, der nötig ist, um die Seite zufriedenstellend zu betreiben.

Ich glaube weiterhin sehr fest daran, dass es einer Seite in der Art von dreimalalles (oder: wie dreimalalles versuchte, zu sein) bedarf. Und passenderweise tweetete erst gestern eine amerikanische Comic-Autorin, dass es immer noch nötig ist, neue Leute, potenzielle Comic-LeserInnen zu erreichen. Das sehe ich auch so – und in dieser Hinsicht war dreimalalles auch gedacht: Wichtige Comicnews melden und einbetten, Veranstaltungen ankündigen und begleiten, die wesentlichen Berichte in den Medien zusammentragen, weitere, unterhaltsame Inhalte bieten – und all das nicht ausschließlich für ein Spezialistenpublikum aufbereitet, sondern allgemeinverständlich präsentiert. Eine Einladung an alle Comicinteressierten. Für mich ist das immer notwendige Basisarbeit gewesen.

Die Arbeit war lange Zeit sehr motivierend, es gab viel Zuspruch, interessante Projekte, für die ich als Betreiber von dreimalalles angefragt wurde, und auch immer wieder Bannerschaltungen, durch die zumindest etwas Geld hineinkam. Und natürlich war es interessant, sich mit den täglichen Vorgängen in der Welt der Comics auseinanderzusetzen. Als Leser, Fan und Enthusiast kann man das schon als Privileg bezeichnen.

Aber die Motivation, diese Grundlagenarbeit zu leisten, hat sich nun weitgehend aufgebraucht. Tatsächlich fühlt es sich danach an: Zwei Jahre hat diese Motivation gereicht, nun ist sie einfach weg. Es fällt schwer, einen Anlass zu nennen, einen Vorfall oder Auslöser, denn den gab es eben nicht. Es ist keine Enttäuschung, zu wenig oder zu viel gemacht oder ein Gefühl, etwas Bestimmtes (nicht) erreicht zu haben.
Wie man so schön sagt: Es ist halt, wie es ist.

Ich will mich bei allen bedanken, die dreimalalles gelesen haben, allen, die die Seite und mich im Laufe der Jahre unterstützt haben, und allen, deren Texte ich veröffentlichen durfte. Mein Dank gilt auch Matt Madden und Mai Li Bernard, deren fantastische Comics ich auf dreimalalles veröffentlichen durfte. Mai Li Bernards wortlose Romantik-Episoden „Pigmente einer Sprache der Liebe“ sind dabei noch nicht abgeschlossen: Weitere Folgen werden an dieser Stelle weiterhin veröffentlicht (und alle Comics können endlich auf einer Seite nachgelesen werden). Aber das war es auch. Wie oben erwähnt, wird es sonst keine weiteren Beiträge oder Posts auf der Seite mehr geben.

Auch wenn sich das Kapitel dreimalalles damit schließt, werde ich dem Comic sicher erhalten bleiben, in der ein oder anderen Form. Da ist noch nichts in Stein gemeißelt. Es hat großen Spaß gemacht und ich freue mich auf das, was kommt. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ohne euch wäre es hier echt langweilig geworden.

Christian Maiwald

Mehr
Donnerstag, 11. August 2016

Unterhaltung zum Wochenende

Hunting Down Comics #29 unter anderem über „Batman Europa“, „Ein diabolischer Sommer“, das neue Marvel-Universum. (Website | mp3)

CRFF #210 – Helge Vogt („Alisik“) Interview mit Michael Peinkofer („Ork Saga“, Website | mp3)

Comic Cookies #52 zu zehn Jahren Splitter-Verlag, Gespräch mit Horst Gotta. (Website | mp3)
Ergänzung: Comics von Horst Gotta

Die Sendung mit dem Nerd #32 über „ASH – Austrian Superheroes“, Marvel-Comics und mehr (Website | mp3)

Dreck & Gold #4 – Adrian vom Baur & David Koslowski über Film-, Serien- und Comic-News (soundcloud)

Almost Daily #247 – Nach dem Aus des Comic-Vidcasts Panelz unterhält sich die Rocketbeans-Talkrunde unter anderem über Trade Paperbacks und Lustige Taschenbücher (Website | yt-Video unten)

deinantiheld.de im Interview mit Nils Oskamp (Website | yt-Video unten)
 

,
,
Mehr
Freitag, 05. August 2016

Gaspar Saladino (1926-2016)

Der Tod des amerikanischen Letterers Gaspar Saladino ruft noch einmal in Erinnerung, dass es oftmals viele sind, die für das Erscheinungsbild eines Comics zuständig sind. Saladino, der hauptsächlich für DC, aber auch für Marvel oder das MAD Magazine tätig war, füllte nicht nur Sprechblasen mit den von Autoren vorgegebenen Texten, die er vielfältig optisch betonte. Seine Spezialität waren ausgefallene Letterings und hierbei vor allem Logo-Designs für Superhelden-Hefte. Von ihm stammen unter anderem das ikonische Logo von „Swamp Thing“ und das noch heute gebräuchliche der „Avengers“. Darüber hinaus schuf er Logos für „Green Lantern“, „Adventure Comics“, „Captain America“ und viele weitere Serien.

Saladino war über fünf Jahrzehnte lang tätig, er schuf hunderte Logos und letterte unzählige Superhelden-Hefte. Heute bekannten Letterern wie Todd Klein war er Vorbild und Inspiration.

Ein ausführlicherer Nachruf findet sich auf der Seite von Mark Evanier.

Mehr
Freitag, 05. August 2016

Auf zum Comic-Urlaubstrip!

Fühlt ihr das Sommerloch? Mit den Menschen scheinen auch die Neuigkeiten in den Urlaub gefahren zu sein. Da sitzen sie jetzt an ihren Seen und Meeren und kommen erst in einigen Wochen zurück. Bis dahin Flaute, Siesta, nichts Neues. Zurückgelassen haben sie uns nur den Suicide Squad-Film, na vielen Dank.

Nein, so ist es ja nicht wirklich. Und außerdem gibt es noch genug Dinge, die passieren, zum Beispiel die rund 20 (!) Comic-Ausstellungen die sich diesen Monat besuchen lassen. Von der „Hokusai X Manga“-Ausstellung in Hamburg über „Comic in der DDR“ in Gera rüber nach Frankfurt am Main zu den „Pionieren des Comics“, runter zur „Biodiversität in Entenhausen“ in Schwarzenbach und dann über die Landesgrenze nach Basel zur Ausstellung mit Arbeiten von Aline und Robert Crumb – da drängt sich ein Comic-Urlaubstrip förmlich auf.

Laufend werden aktuelle Termine im Kalender ergänzt, da lohnt immer mal wieder ein Blick. Hier auf der Frontseite werden nur kurzfristige Ankündigungen erwähnt, sämtliche Ergänzungen im Kalender werden auf facebook und twitter gemeldet.

Mehr
Donnerstag, 04. August 2016

dreimalalles – die Origin Story

Mitte der 1990er war es in der westfälischen Provinz gar nicht so einfach, an Comics zu kommen. Lange Zeit hatte der örtliche Einzelhandel die vage Begeisterung füttern können und mehr als einmal klapperte ich die diversen Edekas, sonstige Super- und Minimärkte sowie den örtlichen Zeitschriften- und Buchhandel nach Lesefutter ab. Mit dem Rad von A nach B, schnell reinspringen, schauen, was es Neues gibt. Kaufen konnte ich mir mit meinen begrenzten Mitteln nur wenig, und es gefiel mir ja auch nicht alles, was sich da in den Auslagen fand: Von einigen Alben ließ ich schon instinktiv die Finger („Die Sturmtruppen“ anyone?), anderes zog mich aber magisch an. Es war die Zeit der Veröffentlichungen des Condor-Verlags, der viele Marvel-Heftserien herausbrachte und meine frühe Begeisterung für Spider-Man stillte. Dabei wurden lange Zeit Geschichten gewissermaßen im Zickzack verfolgt: Da man sich nicht viel kaufen konnte, wurde mit Freunden und Nachbarn getauscht oder von ihnen Ausge-. und Zerlesenes (manchmal aus dritter Hand) abgekauft. An kohärentes Sammeln war da nicht zu denken, es wurde alles durcheinander verschlungen, Heft 5 aus Serie A folgte auf Heft 28 aus Serie B und wenn man Glück hatte, setzten sich über mehrere Hefte laufende Geschichten über Monate oder Jahre zu einer ganzen Erzählung zusammen. Ich las sogar die brutal verkleinerten Taschenbücher mit ihren grotesk verkürzten Texten, alles war Futter.

Irgendwann wurde ich Uwe vorgestellt. Uwe, schon einige Jahre älter, hatte so viele Comics, dass seine Mutter sich ärgerte, dafür hätte er doch schon ein Auto kaufen können. Mein Glück. Er ließ mich durch seine Regalmeter lesen, vor allem durch die damaligen bei Carlsen veröffentlichten DC-Serien. „Die Rückkehr des dunklen Ritters“, „Das erste Jahr“, „Lächeln bitte“ – eine gute Zeit. Die Welt wurde bald ein wenig größer und auch etwas mehr Geld stand zur Verfügung. Es begannen die regelmäßigen Fahrten nach Münster und die Eröffnung eines Abos im örtlichen Comic-Shop: Die ganze Spider-Man-Rutsche. Über Jahre verfolgten mein Bruder und ich jedes Heft, auf dessen Cover Spider-Man prangte. Auch wenn das Interesse an Superhelden irgendwann nachließ, das an Comics blieb bestehen. Das lag nicht zuletzt an der zu dieser Zeit zwei Mal im Jahr in der Halle Münsterland stattfindenden Comicbörse, zu der ich mit Uwe immer fahren konnte. Für wenige Stunden wurde die Welt noch etwas größer, hier gab es Comics zu entdecken, die sonst einfach nicht stattfanden. Hier – das heisst in den ein, zwei Kisten der Händler, die nicht Marvel-, oder DC- oder sonstige Superheldenware enthielten. Weiterhin stand die Überschaubarkeit und Lückenhaftigkeit des Angebots der grundsätzlichen Begeisterung nicht im Weg und so kaufte ich dort erste amerikanische Independent-Comics („The Maxx“, „Scud, the disposable Assassin", „Boneworld“, „Johnny, the Homicidal Maniac“ usw.).

Warum ich so weit aushole? Ich war ein Landei, ein Fahrradmod ohne Szeneanschluss, einfach so ein Christian, der auf diese Messe gespült wurde, auf der vagen Suche nach etwas, dass ihn interessieren könnte. (Das übrigens immer leicht übernächtigt – vor den sonntäglichen Börsenterminen uferten die Feiern am Samstag mehr als sonst aus. Immer. Ein Naturgesetz.) Von der letzten Nacht gezeichnet, mit den Ausläufern pubertärer Formlosigkeit geschlagen und aus dem modischen Niemandsland kommend stiefelte Mitte und Ende der 1990er ein Typ über die halbjährliche Messe in der Studentenstadt und hatte schelmischen Spaß, sich mit damals schon aktiven „Star Wars“- und „Star Trek“-Cosplayern zu fotografieren. Leicht wäre es gewesen, das Leseinteresse abzulegen und das Kapitel Comic zu schließen, es waren aber nicht zuletzt diese Tage auf der Comicbörse in Münster, die die langjährige Begeisterung für Comics weiter entfachten. Es war magisch. Prägend. Meine Origin Story, zumindest ein guter Teil davon.

–––
Dank an Uwe für die Fotos.
Ker, war ich damals schön.

Mehr
Mittwoch, 03. August 2016