Erika Fuchs-Haus in Schwarzenbach: Eröffnung im Dezember

Wie Dr. Alexandra Hentschel, Leiterin des Erika Fuchs-Hauses in Schwarzenbach an der Saale heute mitteilte, gibt es für das derzeit noch im Bau befindliche Museum nun einen Eröffnungstermin. Am 7. Dezember 2014 wird nicht nur das Haus samt Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich, es wäre zugleich auch der 108. Geburtstag der Namenspatronin. Pfeilschnell hat Lars von Törne alles Wichtige zum Museum zusammengefasst, das sich Leben und Werk der bekannten und sprachprägenden Comic-Übersetzerin widmen wird. Einige Gedanken will ich noch aufgreifen, ergänzen und ausführen:

  • Das Museum ist das erste Comic-Museum in Deutschland. Das Wilhelm Busch-Museum in Hannover versteht sich als "Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst", nicht ausdrücklich als Comic-Museum. 
  • Das Museum widmet sich einer Frau. Der Comicbereich war lange Zeit eine Männerdomäne, Erika Fuchs eine Ausnahme. Das hat sich glücklicherweise geändert.
  • Das Museum wird auch von einer Frau geleitet, der umtriebigen Dr. Alexandra Hentschel.
  • Das Museum widmet sich einer Übersetzerin. Weniger die Comics von Carl Barks, als viel mehr die prägnanten sprachlichen Einfälle und Zitat-Abwandlungen in der deutschen Übertragung sind Teil der kulturellen DNA geworden. Stichwort: Erikativ. Noch gibt es keine/n weitere/n Comic-KünstlerIn, der oder die als so prägend wahrgenommen wird. Am ehesten vielleicht Ralf König, der wiederum nie derart die Massen erreicht hat wie Erika Fuchs.

  • Das Museum steht in keiner Großstadt. Hier profiliert sich eine kleinere Stadt mit einem besonderen kulturellen Angebot. Gut so! In Berlin oder Hamburg wird man noch lange auf ein Comic-Museum warten müssen.
  • Stiftungszweck der tragenden Erika Fuchs-Stiftung ist "die Förderung der Kultur mit dem Schwerpunkt bildende und darstellende Kunst im Bereich der sog. Comic-Art".
  • Der vollständige Name des Museum lautet: "Erika-Fuchs-Haus | Museum für Comic und Sprachkunst".
  • Hier treffen also 80er-Terminologie (die wohl bei solch offiziellen Anträgen sein muss) und aktuelle Offenheit verschiedenen Comic-Spielarten gegenüber aufeinander.
  • Dementsprechend wird das Museum einen rund 100 Quadratmeter großen Sonderausstellungsraum haben. Noch gibt es keine weiteren Informationen, was dort in Zukunft gezeigt werden soll. Aber gut ist, dass man hier die Dauerausstellung laufend ergänzen will.
  • Das Museum wird eine Comicbibliothek bekommen. Auch das: Ein Segen für Schwarzenbach! Ich erinnere mich an meine Zugfahrten zur nächsten Stadt im Westfälischen, deren Bibliothek auch eine Reihe von Comics führte. Als ich wieder daheim war, waren einige der "Benny Bärenstark" oder "Asterix"-Alben schon gelesen, aber den Ausflug war es wert. Jedes Mal.
  • Hat einen Raum für Museumspädagogik. Der wird sicher auch für anderweitige Treffen vor Ort genutzt, trotzdem: Zeichenkurse, Workshops, Vorträge sind eingeplant.
  • Sonderausstellungen und Aktionen sollen auch aktuelle Themen abseits des Entenhausen-Kosmos aufgreifen. Gerade in diesem Haus drängt sich die Verbindung von Traditionellem und Neuem auf.
  • Dementsprechend wird die Erika Fuchs-Biografie, die als Teil der Dauerausstellung präsentiert wird, als Comic von Simon Schwartz präsentiert.
  • Man kann dem Förderkreis (dem "Klub der M.I.L.L.I.A.R.D.Ä.R.E.") jederzeit beitreten. Monatlicher Beitrag: EUR 3,13. Na, klingelt´s?
  • Täglich Bilder und Zitate auf facebook und twitter. Dort bekommt man seine tägliche Dosis Duck, bzw. Erika Fuchs. Immer wieder unterhaltend. Und die häufig gezeigten Einzelpanels stehen häufig sehr gut für sich.
  • Das Museum wird so unscheinbar wie einladend aussehen, laut Architekturbüro so:

  • Laut Webcam sieht es gerade so aus:

  • Der 1. Vorstand der Erika Fuchs-Stiftung ist 1. Bürgermeister der Stadt Schwarzenbach, Hans-Peter Baumann, Stiftungsbotschafter der ehemalige „PräsidEnte“ von D.O.N.A.L.D. Gerhard Severin.
  • Der ehemalige Richter Gerhard Severin ist wegen des Museums nach Schwarzenbach gezogen (siehe Video unten).
  • Die Idee zum Museum entstand aus dem Treffen von Severin und dem damaligen 1. Bürgermeister Alexander Eberl anlässlich des Kongresses der D.O.N.A.L.D. in Schwarzenbach 2006
  • Ebenfalls unten: Die Dokumentation "Entenhausen ist überall". Das Gipfeltreffen zwischen Carl Barks und Erika Fuchs folgt ab 36:30min.
  • Weitere wichtige Links: erika-fuchs.de, donald.org
  • Merken: 7. Dezember.

Abbildung & Fotos © Dr. Erika Fuchs-Stiftung, © Disney

 

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